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Der Mensch Philipp Lahm hat im Laufe der letzten Jahre einige Fragezeichen aufgeworfen. Unvergessen war beispielsweise, dass er schon mit 27 Jahren seine Biographie herausgebracht hat – vor seinen größten sportlichen Erfolgen. Allerdings ist eine Sache unumstritten: Sportlich war der Rücktritt des bisherigen Kapitäns nach dem WM Sieg im vergangenen Sommer für Deutschland ein großer Verlust. Dies gilt sowohl für das defensive Mittelfeld als auch für den Posten des Rechtsverteidigers. Man konnte es seit Lahms Rücktritts in jeder Deutschland-Partie aufs Neue mehr als eindrücklich sehen. Bastian Schweinsteiger, inzwischen deutscher Kapitän, möchte seinen Amtsvorgänger gerne zurückholen.

Tägliche Versuche
So schildert Schweinsteiger im Gespräch mit dem „Focus“, dass er es täglich versuchen würde, den Defensivspieler umzustimmen. Er rede immer wieder auf ihn, dass Lahm doch wieder für Deutschland auflaufen solle, so der 30-Jährige. Bislang seien alle seine Versuche, seinen Teamkollegen beim FC Bayern München doch wieder für das DFB-Team zu begeistern, jedoch ins Leere gelaufen. Schweinsteiger ist deshalb nahe dran, sich geschlagen zu geben. „Ganz ehrlich“, erklärt nämlich der Mittelfeldallrounder, „man muss seine Entscheidung auch akzeptieren“.

Schweinsteiger sieht sich nicht als Held
Nach der WM war gerade Schweinsteiger viel gelobt worden. Als Held sehe er sich aber trotzdem nicht, betont der 30-Jährige. Er sei Sportler und Fußball sei ein sehr schnelllebiges Geschäft. Helden seien für ihn Krankenschwestern oder Polizisten. Er sei nur ein Mann, der versuche, alles aus sich und dem Team herauszuholen. Dies werde er aber weiterhin auch für Deutschland tun. Anders als Lahm habe ihn der WM-Titel nicht sattgemacht, ganz im Gegenteil: Er wisse jetzt, wie man es schaffe, im Fußball große Titel zu gewinnen, so Schweinsteiger. Und diese Momente wolle er unbedingt wieder haben. Große Titel machen, „das gebe ich sogar zu“, süchtig. Bedauerlicherweise für alle deutschen Fans scheint Lahm dies anders zu sehen.

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