Beim FC Schalke 04 war man nach dem jüngsten Champions League-Spiel eigentlich zufrieden mit sich und der Welt. Schließlich hatte man gerade das Achtelfinale der Königsklasse erreicht. Dass dies nur aufgrund von Schützenhilfe von Moskau gelungen war, man selbst mit 1:3 gegen den FC Porto verloren hatte und die Portugiesen den Boden mit Königsblau in den zweiten 45 Minuten aufwischten – Schwamm drüber. Die Fans wollten dieses Spiel jedoch nicht mitspielen. Die bislang so enttäuschende Saison steckt ihnen in den Knochen. Dies führte zu einigen bemerkenswerten Vorgängen.
Fans spotten und pfeifen
In der zweiten Halbzeit, als sich der FC Schalke langsam in seine Bestandteile auflöste, begannen die 5000 mitgereisten Fans mit Spottgesängen. „Oh, wie ist das schön“ hallte es immer lauter von den Tribünen, je hässlicher das Geschehen unten auf dem Platz wurde. Übrigens unter tobendem Beifall der Portugiesen, die das Lied für die deutsche Übersetzung ihrer Vereinshymne hielte.
Nach dem Abpfiff gab es einen kurzen Jubel. Das Ergebnis aus Moskau war bekanntgeworden – und damit die Qualifikation für die nächste Runde. Vergessen hatten die Fans der Schalker allerdings nicht, was ihre Mannschaft ihnen dargeboten hatte. 5000 Münder begannen deshalb mit einem lautstarken Pfeifkonzert.
Tedescos und Heidels eigentümliche Sichtweise auf das Geschehen
Die Mannschaft hatte eigentlich nur wenig Neigung, sich ihren pfeifenden und sichtbar aufgebrachten Anhängern zu stellen. Coach Domenico Tedesco schickte sie dennoch zum Block. Darauf angesprochen erklärte er allen Ernstes, dass die Fans nicht pfeifen würden. Die entsprechenden Geräusche waren noch während dieser Aussage zu hören. Aber der Schalker Trainer zog, wie so häufig in dieser Saison, die Realitätsverweigerung der Wahrheit vor.
Christian Heidel wirkte wenigstens etwas geerdeter. Der Manager räumte die Pfiffe ein und erklärte, dass die Fans immer das Recht hätten, ihren Unmut zu äußern. So weit, so gut. Leider schob Heidel noch einen Satz hinterher. Er wisse nicht, ob dies wirklich angebracht gewesen sei, „jetzt wo, wir uns für das Achtelfinale qualifiziert haben.“ Man hat den Eindruck, dass die Verantwortlichen der Schalker nicht mehr verstehen, was ihre Fans umtreibt – vorsichtig ausgedrückt.