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Darmstadt 98 hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Offensivspieler Änis Ben-Hatira getrennt und so auf die Extremismus-Vorwürfe gegen ihn reagiert. Ben-Hatira wird zur Last gelegt, sich zu sehr für die umstrittene islamische Hilfsorganisation Ansaar International engagiert zu haben. Auch Hessens Innenminister Peter Beuth kritisierte den Spieler aufs Schärfste. Ben-Hatira hatte bereits am Mittwochvormittag beim Training gefehlt. Am Nachmittag verkündetet der Verein die Trennung von seinem umstrittenen Stürmer.

Zeichen gegen Extremismus gefordert

Aufgrund seines Engagements für die vom Verfassungsschutz extremistisch eingestufte Organisation Ansaar gab es lautstarke Kritik von Politik, Fans und der Vereinsführungen Ben-Hatira Hessens Innenminister hatte seinen Unmut über das umstrittene Engagement des Spielers noch einmal deutlich gemacht und die Trennung als ein wichtiges und notwendiges Zeichen gegen jede Form von Extremismus bewertet. Laut Beuth gehört der Verein der salafistischen Szene an und verbreitet islamistisches Gedankengut, weshalb er in Nordrhein-Westfalen auf die Liste der verfassungsfeindlichen Organisationen gesetzt wurde.

Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch bezeichnete den Schritt als eine für beide Seiten akzeptable Lösung. Darmstadt 98 müsse sich in aller Ruhe auf den Abstiegskampf konzentrieren und könne sich derart Querelen nicht leisten, sagte Fritsch. Eine weitere Zusammenarbeit mit Ben-Hatira mache daher keinen Sinn.

Ben-Hatira setzt sich zur Wehr

Änis Ben-Hatira war erst im vergangenen Sommer von Eintracht Frankfurt nach Darmstadt gewechselt und erzielte in seinen sechs Spielen ein Tor. Er hatte bis zum Schluss beteuert, sich lediglich für soziale Projekte einzusetzen und wollte keineswegs mit extremistischem. Gedankengut in Verbindung gebracht werden. Beuth betonte immer wieder, dass sich Personen des öffentlichen Lebens, zu denen auch Sportler gehören, ihrer Verantwortung gegenüber jungen Menschen bewusst sein sollten und bei den Extremisten nichts zu suchen haben.

Auch die Stadt Darmstadt sieht die Entlassung von Ben-Hatira als eine richtige Entscheidung und hofft, dass dies die Sensibilität für das Thema Extremismus erhöhen wird und sich Sportler demnächst besser überlegen, für wen sie sich engagieren.

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