Die Ehe zwischen Sebastian Hoeneß und der TSG Hoffenheim passt noch nicht wirklich. Die Kraichgauer liegen nur auf dem 13. Platz. Eigentlich haben sie den Anspruch, um die internationalen Plätze zu spielen. Als Erinnerung: Unter Julian Nagelsmann erreichte Hoffenheim sogar die Champions League. Hoeneß, der angeblich deshalb wackelt, reagiert im „kicker“ defensiv. Auf die Kritik, er sei nicht emotional genug, antwortet er beispielsweise, dass er nach außen bewusst kontrolliert auftrete. Nach innen werde er aber auch laut. Seine emotionale Seite kenne bewusst nur die Mannschaft.
Hoeneß: „Ich bin kein reiner Spielerversteher“
In der Presse war zuletzt häufig zu lesen, Hoeneß sei der Gegenpol zu seinem Vorgänger Schreuder. Während der Niederländer „der harte Hund“ gewesen sei, handele es sich bei dem Neffen des langjährigen Bayern-Präsidenten um einen „Spielerversteher“, der zu nett zu seinen Profis sei und deshalb nicht die nötige Disziplin erzwingen könne.
Dem widerspricht Hoeneß. Er sei „kein reiner Spielerversteher“. Er sei aber auch kein harter Disziplinfanatiker, sondern „eine Mischung aus beidem“. Anfangs habe er vor allem beobachtet, „um die Jungs kennenzulernen“. Diese Haltung habe er inzwischen jedoch aufgegeben. Es brauche mittlerweile „eine klare Führung“. Er müsse „die Dinge in aller Klarheit einfordern“. Dies tue er, versichert der Coach. Angst um seinen Job habe er zudem nicht. Er spüre „unverändert das Vertrauen“, so Hoeneß. Mit den „Nebengeräuschen“ müsse er leben. Diese gehörten „zu den Reflexen im Fußball“.
Das nächste Spiel der Kraichgauer ist gegen den FC Schalke 04. Die Knappen haben bekanntlich noch einmal wesentlich mehr Unruhe im Verein als die TSG. Für den Trainer der Hoffenheimer spielt der Wirbel des Gegners keine Rolle. Die Situation der Schalker „ist uns für uns irrelevant“, so Hoeneß. Sein Team müsse gewinnen. Darauf arbeite er hin.